Freitag, 14. März 2008

Fafnir: Der Drache, den Siegfried von Xanthen tötete

Fafnir, auch Fafner genannt, war der Sohn des Zauberers Hreidmar. Sein Bruder Otr wurde an einem Wasserfall, wo er als Otter mit einem Lachs im Maul saß, durch einen Steinwurf von Loki, dem Gott des Feuers, getötet. Zur Buße mussten die Götter Odin, Loki und Hönir den Balg von Otr mit Gold füllen und den Goldring Andwaranaut, an dem ein Fluch hing, herausgeben. Wegen dieses Sühnegeldes stritt Fafnir mit seinem Vater und erschlug ihn. Er zwang seinen Bruder und Mitschuldigen, Regin, zur Flucht, zog mit dem Schatz (dem späteren Nibelungenhort) zur Gnitaheide und hütete ihn dort in Gestalt eines Drachens, den Siegfried von Xanten tötete.

Der Lindwurm von Ecklak

Der Lindwurm von Ecklak (Schleswig-Holstein) hauste unter der Kirche und raubte und fraß das Vieh in der Umgebung. Er wurde von einem Stierkalb, das man drei Jahre lang mit frisch gemolkener Milch und Semmelbrot aufzog, mit den Hörnern besiegt. Das Stierkalb erlitt bei diesem Kampf tödliche Wunden.

Drachensaat: Krieger aus Drachenzähnen

Drachensaat nannte man die aus den Zähnen eines Drachen entsprossenen Krieger, die sich selbst umbrachten. Die Drachensaat spielte sowohl in der Kadmossage als auch in der Argonautensage eine wichtige Rolle.

Die Kadmossage: Kadmos, der Sohn des phönikischen Königs Agenor, wurde von seinem Vater ausgesandt, um seine vom Göttervater Zeus entführte Schwester Europa zu suchen. Auf Befehl des Orakels von Delphoi gründete Kadmos in Böotien Kameia, die Burg und den Stadtkern des späteren Theben. Als der von Ares, dem Gott des blutigen, zerstörenden Krieges, abstammende Drache die Gefährten des Kadmos getötet hatte, brachte ihn dieser durch Steinwürfe um. Einem Rat von Athene, der Göttin der Weisheit, folgend brach Kadmos dem Drachen seine Zähne aus und säte sie in die Erde. Darauf beruht der Name „Drachensaat“. Aus den Drachenzähnen erwuchsen geharnischte Männer, unter denen ein Kampf ausbrach. Nur fünf der Krieger überlebten die blutige Auseinandersetzung. Auf diese fünf Überlebenden führten die thebanischen Adelsgeschlechter ihre Abstammung zurück. Kadmos musste zur Strafe für die Tötung des Drachens acht Jahre lang Sklavendienste für Ares leisten, bis er durch die Vermählung mit Harmonia, der Tochter von Ares, belohnt wurde. Kadmos avancierte zum König in Theben und zog später mit Harmonia nach Illyrien, wo er die Königsherrschaft ausübte. Schließlich wurden Kadmos und Harmonia in Schlangen verwandelt und ins Elysium versetzt. Das Elysium war das Land am Westrand der Erde, wo auserwählte Helden entrückt wurden, ohne den Tod zu erleiden.

Argonautensage: Iason (auch Jason genannt) war der Sohn von Aison, des Königs von Iolkos in Thessalien, dessen Halbbruder Pelias die Herrschaft an sich gerissen hatte. Iason wuchs bei dem Kentauren Cheiron auf. Kentauren hatten bis zum Bauchnabel das Aussehen eines Menschen und von dort ab Pferdegestalt Nach seiner Rückkehr erhob Iason vor Pelias seinen Anspruch auf den Thron. Pelias erkannte die Forderung an, schickte aber Iason nach Kolchis am Schwarzen Meer, wo er das „Goldene Vlies“, nämlich das goldene Fell eines Widders, holen sollte, das im Hain des Gottes Ares von einem Drachen bewacht wurde. Zusammen mit anderen Kriegern, den so genannten Argonauten, segelte Iason auf dem Schiff Argos von Pelion nach Kolchis. König Aietes versprach Iason das „Goldene Vlies“, wenn er zwei Feuer speiende Stiere vor einen ehernen Pflug spannen und dann die von Kadmos übriggelassenen Drachenzähne aussäen würde, die Aietes von Athene, der Göttin der Weisheit, erhalten hatte. Medea, die Tochter von Aietes, gab Iason ein Zaubermittel zum Schutz vor den Stieren und den Rat, durch einen Steinwurf die aus den Drachenzähnen entstandenen Krieger zum Kampf gegeneinander aufzustacheln. Obwohl Iason die ihm gestellten Aufgaben erfüllte, verweigerte Aietes das „Goldene Vlies“. Daraufhin schläferte Medea nachts mit einem Zaubermittel den Drachen ein, und Iason stahl das Vlies. Die Argonauten segelten mit Medea davon und verhinderten durch die Ermordung von Apsyrtos, dem Sohn von Aietes, die Verfolgung. In der Folgezeit erlebten die Argonauten weitere Abenteuer mit Sirenen, Skylla und Charibdis, Phäaken und dem Riesen Talos, bevor sie nach Iolkos zurückkehren konnten.

Basilisk: Mischwesen zwischen Hahn, Schlange und Drache

Basilisk (griechisch: basiliskos = „kleiner König“) hieß ein Furcht und Schrecken erregendes mittelalterliches Mischwesen zwischen Hahn, Schlange und Drache. Dieses Wesen mit dem Kopf, dem Körper und den Füßen eines Hahns sowie mit einem Eidechsen- oder Schlangenschwanz fürchtete man wegen seines tödlichen Blickes (Basiliskenblick) und Gifthauches. Angeblich entstand der Basilisk aus einem missgebildeten Hühnerei, das von Schlangen oder Kröten ausgebrütet wurde. Jene phantastische Vorstellung existierte zuerst im Alten Orient, später gelangte sie über spätmittelalterliche Schriftsteller und Kirchenväter in die Tierbücher des hohen Mittelalters und hielt sich bis ins 17. Jahrhundert. Der Basilisk symbolisierte unter anderem Tod und Teufel. In der Kunst des Mittelalters kam er vor allem in der romanischen Bauplastik vor oder auch bei Darstellungen von Jesus Christus, der den Basilisk oder Aspis, die Schlangenviper, zertritt. Ein Basilisk wird zum Beispiel auf dem Elisabethschrein aus dem 13. Jahrhundert in der Elisabethkirche in Marburg dargestellt. In der österreichischen Hauptstadt erinnert das Haus „Zum Basilisken“ in der Schönlaterngasse an die Sage über den Wiener Basilisken, der dort Anfang des 13. Jahrhunderts in einem Brunnen erschien. – Als Basilisk bezeichnet man heute auch eine Gattung bis zu 80 Zentimeter langer Leguane im tropischen Amerika. Eines der beliebtesten Terrarientiere ist der Helm-Basilisk (Basiliscus basiliscus).